Physiotherapie-Ausbildung in Hessen: Schulgeld zahlt das Land bis Ende 2027
Hessen führt 16 staatlich anerkannte Physiotherapieschulen an zwölf Standorten. An privaten Trägern übernimmt das Land das Schulgeld – befristet bis Ende 2027. An klinikgebundenen Schulen fällt keines an, dafür gibt es dort eine Vergütung. Zwei Rechnungen, die vor der Bewerbung auseinandergehalten werden müssen.
Wer in Hessen Physiotherapie lernen will, findet zuerst die Werbeseiten der Schulen. Verbindlich ist eine andere Liste: Das Hessische Landesamt für Gesundheit und Pflege erteilt die staatliche Anerkennung und führt die Aufsicht, und nur an einer anerkannten Schule endet die Ausbildung mit der staatlichen Prüfung. In der amtlichen Aufstellung des Landesamts stehen mit Stand 18. März 2025 sechzehn Einrichtungen an zwölf Standorten.
Sechzehn Schulen, zwölf Standorte
| Standort | Einrichtung nach der amtlichen Liste |
|---|---|
| Bad Hersfeld | Ludwig Fresenius Schulen |
| Bad Sooden-Allendorf | Bernd-Blindow-Schulen |
| Bad Wildungen | Asklepios Bildungszentrum Nordhessen (Träger: Bringmann Akademie) |
| Darmstadt | F+U Fachschulzentrum Rhein-Main-Neckar |
| Frankfurt am Main | Ludwig-Fresenius-Schule · Klinikum Frankfurt Höchst · Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim |
| Fulda | Hochschule Fulda (B.Sc.) · Medischulen Schwarzerden |
| Gießen | Universitätsklinikum Gießen-Marburg, Standort Gießen |
| Hessisch Lichtenau | Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau |
| Idstein | Ludwig Fresenius Schulen |
| Kassel | Schulen Dr. Rohrbach |
| Marburg | Ludwig Fresenius Schulen · Rudolf-Klapp-Schule (Universitätsklinikum Gießen-Marburg) |
| Wiesbaden | Asklepios Bildungszentrum Wiesbaden |
Fünf dieser Einrichtungen tragen eine Klinik im Namen, zwei weitere gehören zu einem Klinikkonzern, acht zu einem gewerblichen Schulträger, und eine ist eine Hochschule. Diese Aufteilung ist keine Nebensache, sondern die Antwort auf die Kostenfrage weiter unten.
Die Liste wird fortgeschrieben. Die Fassung vom August 2023 führte noch Standorte, die heute fehlen – prüfen Sie vor einer Bewerbung, ob die Schule aktuell genannt ist. Wer sich für Marburg interessiert, findet den Vergleich der beiden dortigen Schulen in Physiotherapie-Ausbildung in Marburg.
Zugang: der Abschluss, die Gesundheit, kein Alter
§ 10 des Masseur- und Physiotherapeutengesetzes nennt genau zwei Bedingungen. Erstens die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufs. Zweitens einen Schulabschluss, und dieser Punkt ist weiter gefasst, als die meisten Schulseiten vermuten lassen: der Realschulabschluss oder eine gleichwertige Ausbildung oder eine andere abgeschlossene zehnjährige Schulbildung, die den Hauptschulabschluss erweitert, oder eine nach dem Hauptschulabschluss abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer.
Wer mit Hauptschulabschluss und einer zweijährigen Lehre kommt, erfüllt die gesetzliche Voraussetzung vollständig. Ein Mindestalter steht nirgends im Gesetz. Dass Schulen zusätzlich eigene Auswahlkriterien anlegen – ein Vorpraktikum, ein Aufnahmegespräch, eine Sporttauglichkeitsprüfung –, ist ihr Recht als Träger und nicht Landes- oder Bundesrecht.
Die Erlaubnis, die Berufsbezeichnung zu führen, kommt erst nach der Prüfung. § 2 des Gesetzes verlangt dafür die abgeleistete Ausbildung mit bestandener staatlicher Prüfung, Zuverlässigkeit, gesundheitliche Eignung und die für die Berufstätigkeit erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache.
Drei Jahre, 4.500 Stunden, drei Prüfungsteile
Die Ausbildung dauert nach § 9 MPhG drei Jahre und besteht aus theoretischem und praktischem Unterricht sowie einer praktischen Ausbildung. § 1 Absatz 1 der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten setzt die Stundenzahlen: mindestens 2.900 Stunden Unterricht und 1.600 Stunden praktische Ausbildung.
Diese 1.600 Stunden sind nach Fachgebieten vorverteilt, weshalb nur ein Bruchteil in einer ambulanten Praxis abgeleistet werden kann – die Rechnung dazu steht in Praktikum in der Physiotherapie.
Am Ende steht die staatliche Prüfung. § 2 Absatz 1 PhysTh-APrV teilt sie in einen schriftlichen, einen mündlichen und einen praktischen Teil; abgelegt wird sie nach Absatz 2 bei der Schule, an der die Ausbildung abgeschlossen wird.
Die Kostenfrage: zwei Träger, zwei Rechnungen
Bundesrecht regelt kein Schulgeld. Das Masseur- und Physiotherapeutengesetz enthält das Wort nicht, und ebenso wenig eine Ausbildungsvergütung. Beides entscheidet sich am Träger der Schule und am Landesrecht.
Für Schulen außerhalb der Krankenhausträgerschaft gilt die Verordnung zur Schulgeldfreiheit in den Gesundheitsfachberufen vom 15. Juli 2020. Das Land Hessen übernimmt seither rückwirkend ab dem 1. August 2020 das Schulgeld an staatlichen und staatlich anerkannten Ausbildungsstätten, die nicht in der Trägerschaft eines Krankenhauses betrieben werden – neben der Physiotherapie auch für Ergotherapie, Logopädie, Podologie, PTA sowie Masseure und medizinische Bademeister. Den Antrag stellt der Schulträger, er ist Adressat der Leistungsbescheide und Zahlungsempfänger, nicht die einzelnen Auszubildenden. Keine Erstattung erfolgt, wenn ein anderer Kostenträger oder ein Dritter das Schulgeld übernimmt, ausdrücklich auch bei Bildungsgutscheinen nach dem SGB II oder III.
Die hessische Schulgeldfreiheit ist keine Dauerregelung. Die Verordnung vom 15. Juli 2020 ist bis zum 31. Dezember 2027 befristet, und sie erfasst nur Ausbildungsstätten außerhalb der Krankenhausträgerschaft. Wer 2027 anfängt, hat das Schulgeld für das erste Ausbildungsjahr sicher und für die beiden folgenden nicht.
Zwei Grenzen dieser Regelung gehören in jede Planung. Die Verordnung ist befristet bis zum 31. Dezember 2027, wer 2027 anfängt, hat sie also nur für das erste Ausbildungsjahr sicher. Und sie deckt allein die Gebühren an der Schule, nicht Lernmittel, Prüfungsgebühren, Fahrten oder eine zweite Wohnung.
Die klinikgebundenen Schulen laufen über eine andere Kasse. § 2 Nummer 1a Buchstabe d des Krankenhausfinanzierungsgesetzes zählt die Ausbildung zum Physiotherapeuten zu den staatlich anerkannten Einrichtungen an Krankenhäusern, und § 17a Absatz 1 bestimmt, dass die Kosten dieser Ausbildungsstätten, die Ausbildungsvergütungen und die Mehrkosten des Krankenhauses infolge der Ausbildung durch Zuschläge zu finanzieren sind. Deshalb sind diese Schulen aus der hessischen Verordnung ausgenommen: Sie brauchen sie nicht.
| Schule eines gewerblichen Trägers | Schule an einer Klinik | |
|---|---|---|
| Schulgeld | wird erhoben | fällt nicht an |
| wer es trägt | das Land Hessen nach der Schulgeld-VO, befristet bis 31.12.2027 | Zuschläge nach § 17a KHG |
| Antrag | stellt der Schulträger | entfällt |
| Ausbildungsvergütung | unüblich, kein Anspruch | über § 17a KHG finanziert |
| Ihre Restkosten | Lernmittel, Prüfungsgebühren, Fahrten, Wohnen | dieselben |
Wie hoch eine solche Vergütung ausfällt, veröffentlichen die Schulen meist nicht. Die Schule für Physiotherapie der Universitätsmedizin Frankfurt gibt für sich eine tariflich geregelte Ausbildungsvergütung nach TVAöD an, bei dreijähriger Dauer und Beginn jeweils im April und Oktober; einen Betrag nennt sie nicht.
Bleibt das BAföG, und hier lohnt ein genauer Blick ins Gesetz. Eine Physiotherapieschule ist eine Berufsfachschulklasse, deren Besuch keine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt und die in mindestens zwei Jahren einen berufsqualifizierenden Abschluss vermittelt – das ist § 2 Absatz 1 Nummer 2 BAföG. Die Hürde aus Absatz 1a, wonach Schüler nur gefördert werden, wenn sie nicht bei ihren Eltern wohnen, bezieht sich ausdrücklich nur auf die in Absatz 1 Nummer 1 genannten Ausbildungsstätten. Für Nummer 2 gilt sie nicht. Wer zu Hause wohnt, ist damit nicht ausgeschlossen. Und nach § 17 Absatz 1 BAföG wird die Förderung als Zuschuss geleistet; die Darlehensregelungen der Absätze 2 und 3 betreffen Höhere Fachschulen, Akademien und Hochschulen.
Quereinstieg: was angerechnet wird
Der kürzeste Weg führt über den Masseurberuf. Diese Ausbildung dauert nach § 4 MPhG zwei Jahre Lehrgang plus sechs Monate praktische Tätigkeit, und der Zugang setzt nach § 5 nur den Hauptschulabschluss oder eine einjährige Berufsausbildung voraus. Wer sie abgeschlossen hat, bekommt nach § 12 Absatz 1 MPhG die Physiotherapieausbildung auf Antrag auf 18 Monate verkürzt, in Teilzeitform auf 2.100 Stunden. Bei mindestens fünfjähriger Tätigkeit im Beruf sinkt das auf zwölf Monate oder 1.400 Stunden, und Fort- oder Weiterbildungen können darauf noch mit bis zu drei Monaten oder 350 Stunden angerechnet werden. Der theoretische Unterricht darf in diesen Fällen als Fernunterricht erteilt werden; am Ende steht eine staatliche Ergänzungsprüfung. Die Stundenzahlen dazu stehen in § 1 Absatz 2 PhysTh-APrV: 1.400 zu 700 beziehungsweise 1.000 zu 400 Stunden.
Turn- und Sportlehrer sowie Gymnastiklehrer mit mindestens zweijähriger Ausbildung an einer staatlich anerkannten Lehranstalt erhalten nach § 12 Absatz 2 jeweils sechs Monate angerechnet. Absatz 3 erfasst alle übrigen Berufe: Auf Antrag kann eine andere Ausbildung im Umfang ihrer Gleichwertigkeit angerechnet werden, solange das Ausbildungsziel nicht gefährdet wird. Was gleichwertig ist, entscheidet die zuständige Behörde im Einzelfall – eine Pauschale gibt es nicht.
Für im Ausland erworbene Abschlüsse gilt § 2 Absatz 2 MPhG. Ist der Ausbildungsstand gleichwertig, ersetzt er die deutsche Ausbildung. Ist er es nicht, wird ein gleichwertiger Kenntnisstand über eine Kenntnisprüfung oder einen höchstens dreijährigen Anpassungslehrgang nachgewiesen, und die Antragsteller dürfen zwischen beidem wählen. Zuständig für Hessen ist das Landesamt für Gesundheit und Pflege, das dafür eine eigene Stelle für ausländische Abschlüsse in den Gesundheitsfachberufen führt.
Ohne Studium – und der Weg mit
Fünfzehn der sechzehn hessischen Einrichtungen bilden schulisch aus. Ein Studium ist für die Berufszulassung nicht erforderlich, und die Rechtsgrundlage dafür ist § 9 MPhG, der von einer dreijährigen Ausbildung spricht und von nichts sonst.
Den akademischen Weg gibt es zusätzlich, und in Hessen steht er in derselben amtlichen Liste: Die Hochschule Fulda führt ein ausbildungsintegrierendes Präsenzstudium Physiotherapie mit acht Semestern Regelstudienzeit und dem Abschluss Bachelor of Science. Die staatliche Prüfung zur Berufsanerkennung absolvieren die Studierenden nach Angabe der Hochschule im siebten Semester. Der Zugang verlangt hier allerdings die Hochschulzugangsberechtigung, ein Gesundheitszeugnis und bei ausländischen Zeugnissen Deutsch auf C1-Niveau; Studienbeginn ist das Wintersemester.
Was danach auf dem Konto landet
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten in Hessen ein mittleres monatliches Bruttoentgelt von 3.500 Euro bei Vollzeit aus, Datenstand Entgeltatlas 2025. Bundesweit liegt der Median bei 3.452 Euro, das untere Quartil bei 2.928 Euro, das obere bei 4.062 Euro. Hessen belegt damit Platz vier unter den Bundesländern, hinter Berlin mit 3.848 Euro, Hamburg mit 3.708 Euro und Baden-Württemberg mit 3.521 Euro.
Diese Werte gelten für sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte über alle Altersgruppen; Altersgruppen und Regionen weist der Atlas getrennt aus. Wichtig für die Kalkulation während der Ausbildung: An Schulen ohne Klinikträger fließt in diesen drei Jahren kein Gehalt.
Das Vorhaben, das die Rechnung ändern könnte
Seit Februar 2024 kursiert ein Referentenentwurf für ein Physiotherapieberufereformgesetz (PhyThBRefG). Nach der Darstellung des AOK-Bundesverbands sieht er eine Teilakademisierung vor – die schulische Ausbildung bleibt, daneben entsteht eine hochschulische mit zusätzlichen Kompetenzen – und eine verpflichtende angemessene Vergütung für die schulische Ausbildung in der Physiotherapie sowie für Masseure und medizinische Bademeister. Die Mehrkosten bezifferte der Verband auf eine Steigerung von rund 110 auf etwa 441 Millionen Euro jährlich. Physio Deutschland hält eine Vollakademisierung für das richtige Ziel und fordert dafür eine im Gesetz verankerte Übergangsfrist.
Verbindlich ist davon nichts. Das Masseur- und Physiotherapeutengesetz in seiner heute geltenden Fassung wurde zuletzt am 12. Dezember 2023 geändert und enthält weder eine Vergütungspflicht noch eine Akademisierung. Wer 2026 oder 2027 anfängt, plant nach dem geltenden Recht und behandelt den Entwurf als das, was er ist: ein Vorhaben.
Nach der Prüfung: die erste Stelle
Wetter (Hessen) liegt im Landkreis Marburg-Biedenkopf, rund 15 Kilometer von Marburg und in Pendelentfernung zu Gießen, mit Bahnanschluss über die Main-Weser-Bahn. Physio Havacker arbeitet dort seit über 40 Jahren, auf 260 Quadratmetern in neuen barrierefreien Räumen, mit Einzelbehandlungsräumen und einem Spektrum von Krankengymnastik und Massage über Lymphdrainage und Elektro-, Wärme- und Kältetherapie bis zu Sportphysiotherapie und CMD.
Die Praxis besetzt zwei Stellen. Berufserfahrung ist bei keiner von beiden Voraussetzung; verlangt wird die abgeschlossene Ausbildung. Für Voll- und Teilzeit ab 15 Stunden in der Woche stehen 3.800 Euro brutto im Monat bei Vollzeit in der Anzeige, anteilig bei Teilzeit – 300 Euro über dem hessischen Median aus dem Entgeltatlas, erreichbar ohne ein einziges Berufsjahr. Fragen vorab beantwortet die Praxis unter 06423 / 92158.
Häufige Fragen
Was braucht man, um eine Ausbildung als Physiotherapeut zu machen?
§ 10 des Masseur- und Physiotherapeutengesetzes nennt zwei Voraussetzungen: die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufs und einen Schulabschluss. Als Abschluss genügt der Realschulabschluss, eine gleichwertige Ausbildung, eine andere abgeschlossene zehnjährige Schulbildung, die den Hauptschulabschluss erweitert, oder eine nach dem Hauptschulabschluss abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer. Ein Mindestalter schreibt das Gesetz nicht vor.
Wie viel kostet eine Ausbildung zum Physiotherapeuten in Hessen?
Das hängt am Träger der Schule. Private Schulträger erheben Schulgeld; bei ihnen übernimmt das Land Hessen die Gebühren nach der Verordnung zur Schulgeldfreiheit in den Gesundheitsfachberufen vom 15. Juli 2020, rückwirkend ab dem 1. August 2020 und befristet bis zum 31. Dezember 2027. An Schulen in Krankenhausträgerschaft fällt kein Schulgeld an, weil ihre Kosten nach § 17a des Krankenhausfinanzierungsgesetzes über Zuschläge finanziert werden. Lernmittel, Prüfungsgebühren und Fahrtkosten bleiben in beiden Fällen bei Ihnen.
Ist die Physiotherapie-Ausbildung in Hessen kostenfrei?
Das Schulgeld ja, die Ausbildung nicht vollständig. Die hessische Schulgeld-Verordnung deckt nur staatliche und staatlich anerkannte Ausbildungsstätten ab, die nicht in der Trägerschaft eines Krankenhauses betrieben werden. Den Antrag stellt der Schulträger, nicht Sie. Keine Erstattung erfolgt, wenn ein anderer Kostenträger das Schulgeld übernimmt – etwa das Jobcenter über einen Bildungsgutschein nach dem SGB II oder III. Die Verordnung läuft am 31. Dezember 2027 aus.
Kann man ohne Studium Physiotherapeut werden?
Ja, und das ist in Deutschland der Regelweg. Die Berufszulassung entsteht nach § 9 des Masseur- und Physiotherapeutengesetzes über eine dreijährige schulische Ausbildung an einer staatlich anerkannten Schule mit staatlicher Prüfung. 15 der 16 hessischen Einrichtungen auf der amtlichen Liste sind solche Schulen. Ein Studium ist eine zusätzliche Möglichkeit, keine Bedingung.
Wie wird man Physiotherapeut als Quereinsteiger?
Über § 12 des Masseur- und Physiotherapeutengesetzes. Wer als Masseurin oder medizinischer Bademeister die staatliche Prüfung bestanden hat, bekommt die Ausbildung auf Antrag auf 18 Monate oder in Teilzeitform auf 2.100 Stunden verkürzt; bei mindestens fünfjähriger Tätigkeit im Beruf auf zwölf Monate oder 1.400 Stunden. Turn- und Sportlehrer sowie Gymnastiklehrer mit mindestens zweijähriger Ausbildung erhalten sechs Monate angerechnet. Jede andere Ausbildung kann im Umfang ihrer Gleichwertigkeit angerechnet werden.
Wie viel verdient man als Physiotherapeut in Hessen im Monat?
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für Hessen ein mittleres monatliches Bruttoentgelt von 3.500 Euro bei Vollzeit aus, Datenstand Entgeltatlas 2025. Bundesweit liegt der Median bei 3.452 Euro, das untere Quartil bei 2.928 Euro und das obere bei 4.062 Euro. Hessen liegt damit auf Platz vier der Bundesländer, hinter Berlin mit 3.848 Euro, Hamburg mit 3.708 Euro und Baden-Württemberg mit 3.521 Euro.
Bekommt man in der Physiotherapie-Ausbildung eine Vergütung?
Einen Anspruch darauf gibt es nicht. Das Masseur- und Physiotherapeutengesetz kennt keine Ausbildungsvergütung. An Schulen in Krankenhausträgerschaft wird sie faktisch gezahlt, weil § 17a des Krankenhausfinanzierungsgesetzes neben den Kosten der Ausbildungsstätte ausdrücklich die Ausbildungsvergütungen über Zuschläge finanziert – die Schule für Physiotherapie der Universitätsmedizin Frankfurt gibt für sich eine tariflich geregelte Vergütung nach TVAöD an. An privaten Schulen ist eine Vergütung unüblich.
Quellen
- [1] Staatlich anerkannte Physiotherapieschulen in Hessen (amtliche Liste, Dezernat IV 4 Gesundheitsfachberufe) — Hessisches Landesamt für Gesundheit und Pflege (abgerufen Stand 18.03.2025, abgerufen 24.09.2026)
- [2] § 10 Masseur- und Physiotherapeutengesetz (MPhG): Voraussetzung für den Zugang zur Ausbildung — Bundesministerium der Justiz (abgerufen abgerufen 24.09.2026)
- [3] § 12 MPhG: Verkürzung der Ausbildung und Anrechnung anderer Ausbildungen — Bundesministerium der Justiz (abgerufen abgerufen 24.09.2026)
- [4] Masseur- und Physiotherapeutengesetz, Gesamtfassung (§ 2 Erlaubnis und Gleichwertigkeit, § 9 Dauer, §§ 3–5 Masseurausbildung) — Bundesministerium der Justiz, zuletzt geändert durch Gesetz vom 12.12.2023 (abgerufen abgerufen 24.09.2026)
- [5] § 1 Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten (PhysTh-APrV): 2.900 Stunden Unterricht, 1.600 Stunden praktische Ausbildung, verkürzte Ausbildungen — Bundesministerium der Justiz (abgerufen abgerufen 24.09.2026)
- [6] § 2 PhysTh-APrV: Staatliche Prüfung mit schriftlichem, mündlichem und praktischem Teil — Bundesministerium der Justiz (abgerufen abgerufen 24.09.2026)
- [7] Schulgeldfreiheit in den Gesundheitsfachberufen – Verordnung vom 15.07.2020 (GVBl. S. 505), Verfahren und Befristung — Hessisches Landesamt für Gesundheit und Pflege (abgerufen abgerufen 24.09.2026)
- [8] § 2 Nummer 1a Krankenhausfinanzierungsgesetz: Ausbildungsstätten an Krankenhäusern, Buchstabe d Physiotherapeut — Bundesministerium der Justiz (abgerufen abgerufen 24.09.2026)
- [9] § 17a KHG: Finanzierung der Ausbildungsstätten und der Ausbildungsvergütungen über Zuschläge — Bundesministerium der Justiz (abgerufen abgerufen 24.09.2026)
- [10] § 2 BAföG: Förderungsfähige Ausbildungsstätten, Absatz 1 Nummer 2 und Absatz 1a — Bundesministerium der Justiz (abgerufen abgerufen 24.09.2026)
- [11] § 17 BAföG: Ausbildungsförderung wird vorbehaltlich der Absätze 2 und 3 als Zuschuss geleistet — Bundesministerium der Justiz (abgerufen abgerufen 24.09.2026)
- [12] Ausländische Abschlüsse in den Gesundheitsfachberufen – zuständige Stelle in Hessen — Hessisches Landesamt für Gesundheit und Pflege (abgerufen abgerufen 24.09.2026)
- [13] Entgeltatlas, Beruf Physiotherapeut/in (Anforderungsniveau Spezialist): Median Deutschland und Bundesländer — Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Datenstand Entgeltatlas 2025 (abgerufen abgerufen 24.09.2026)
- [14] Physiotherapie (B.Sc.), ausbildungsintegrierendes Studium mit staatlicher Prüfung im 7. Semester — Hochschule Fulda, Angabe der Hochschule über sich selbst (abgerufen abgerufen 24.09.2026)
- [15] Schule für Physiotherapie: drei Jahre, Beginn April und Oktober, tariflich geregelte Ausbildungsvergütung nach TVAöD — Universitätsmedizin Frankfurt, Angabe der Schule über sich selbst (abgerufen abgerufen 24.09.2026)
- [16] Referentenentwurf Berufsgesetz: Physio Deutschland positioniert sich (Physiotherapieberufereformgesetz, Teilakademisierung) — Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK), Meldung vom 27.03.2024 (abgerufen abgerufen 24.09.2026)
- [17] Physiotherapie: BMG will Teilakademisierung und Azubi-Vergütung – Inhalte des Referentenentwurfs PhyThBRefG — AOK-Bundesverband, Beitrag vom 14.02.2024 (abgerufen abgerufen 24.09.2026)
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