Gehalt & Verdienst 9 Minuten Lesezeit · aktualisiert 24. September 2026

Vom Brutto zum Netto: die Gehalts­rechnung 2026

Vom Medianentgelt bleiben in Steuerklasse I 2.306,77 Euro, also 66,8 Prozent. Dieser Artikel zeigt jeden einzelnen Abzug mit dem Satz, der 2026 dafür gilt, rechnet 20, 30, 35 und 40 Wochenstunden durch – und beziffert, was das Bundesland am Netto überhaupt ändert.

Von 3.452 Euro brutto bleiben in Steuerklasse I 2.306,77 Euro netto – 66,8 Prozent, für eine kinderlose Person ohne Kirchensteuer. Abgezogen werden 750,82 Euro Sozialversicherung und 394,41 Euro Lohnsteuer; ein Solidaritätszuschlag fällt bei diesem Gehalt nicht an. Die 3.452 Euro sind das Medianentgelt, das die Bundesagentur für Arbeit im Entgeltatlas für den Beruf Physiotherapeut/in ausweist – Vollzeit, Deutschland, Datenstand 2025. Die Differenz von 1.145,23 Euro siehst du nie auf dem Konto.

Wo dieses Geld hingeht, lässt sich auf den Cent nachrechnen. Brutto-Netto-Rechner tun das auch, nennen aber selten ihre Annahmen: Kinderlosenzuschlag ja oder nein, welcher Zusatzbeitrag, welche Steuerklasse, welche Freibeträge. Hier steht jede Annahme offen, damit du deine eigene Zahl daneben legen kannst.

Welche Sätze 2026 gelten und wofür

Vier Sozialversicherungsbeiträge, danach die Steuer. Die Beitragssätze gelten bundesweit, die Beitragsbemessungsgrenzen deckeln den Teil des Gehalts, auf den überhaupt Beiträge anfallen.

BeitragSatz gesamt 2026Dein AnteilBemessungs­grenze im Monat
Kranken­versicherung14,6 % + 2,9 % durchschnittlicher Zusatzbeitrag8,75 %5.812,50 €
Pflege­versicherung3,6 %, kinderlos zzgl. 0,6 %1,8 %, kinderlos 2,4 %5.812,50 €
Renten­versicherung18,6 %9,3 %8.450 €
Arbeitslosen­versicherung2,6 %1,3 %8.450 €

Für Kinderlose ab 23 ergibt das 21,75 Prozent vom Brutto. Der Zuschlag von 0,6 Prozentpunkten in der Pflegeversicherung geht allein zu deinen Lasten, alles andere teilst du hälftig mit dem Arbeitgeber. Wer mehrere Kinder unter 25 hat, zahlt vom zweiten bis zum fünften Kind je 0,25 Beitragssatzpunkte weniger.

Der Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent ist der Durchschnittswert, den das Bundesgesundheitsministerium für 2026 bekannt gegeben hat. Deine Kasse kann darüber oder darunter liegen - das ist die eine Stellschraube in dieser Tabelle, die du durch einen Kassenwechsel selbst bewegen kannst.

Bei Angestellten in der Physiotherapie greift keine einzige Beitragsbemessungsgrenze. Netto entscheiden allein der volle Beitragssatz von 21,75 Prozent und die Steuerklasse.

Drei Bruttowerte, zwei Steuerklassen, alle Abzüge

Die drei Ausgangswerte sind unteres Quartil, Median und oberes Quartil aus dem Entgeltatlas. Die Lohnsteuer ist mit dem amtlichen Programmablaufplan des Bundesfinanzministeriums für 2026 gerechnet, für eine kinderlose Person ohne eingetragene Freibeträge und ohne Kirchensteuer.

Monat2.928 € brutto3.452 € brutto4.062 € brutto
Sozial­abgaben636,83 €750,82 €883,50 €
Lohn­steuer Klasse I277,41 €394,41 €539,75 €
Solidaritäts­zuschlag0 €0 €0 €
Netto Klasse I2.013,76 €2.306,77 €2.638,75 €
Lohn­steuer Klasse III26,00 €102,16 €213,83 €
Netto Klasse III2.265,17 €2.599,02 €2.964,67 €

In Steuerklasse I kommen 68,8, 66,8 und 65,0 Prozent des Bruttos an. Die Netto-Quote fällt, obwohl die Sozialabgaben prozentual konstant bleiben – das macht allein der progressive Steuertarif nach § 32a EStG. Von jedem zusätzlichen Bruttoeuro auf Höhe des Medians landen rund 55 Cent bei dir. Eine Gehaltserhöhung um 100 Euro bringt netto gut 55 Euro, für 50 Euro mehr netto brauchst du rund 91 Euro mehr brutto.

Kommt Kirchensteuer dazu, sind es in Hessen neun Prozent der Lohnsteuer: 24,97, 35,50 beziehungsweise 48,58 Euro im Monat. Wie die drei Ausgangswerte zustande kommen und warum das untere Quartil kein Einstiegsgehalt ist, steht in der Rechnung zum Berufseinstieg; was die Bewegung vom Median nach oben kostet und einbringt, im Text über Zertifikate, die sich rechnen.

20, 30, 35 oder 40 Stunden: dieselbe Rechnung nach Stundenzahl

Ein Monatsbrutto ohne die Stundenzahl dahinter ist keine Angabe. Die folgende Tabelle normiert deshalb auf eine 40-Stunden-Woche: 3.452 Euro sind hier das Vollzeitentgelt bei 40 Wochenstunden, die Teilzeitzeilen sind anteilig gerechnet, Stunden geteilt durch 40. Steht in deinem Vertrag eine andere Vollzeitzahl - 38,5 Stunden sind in Praxen verbreitet -, fällt dein Monatsbrutto bei gleicher Stundenzahl höher aus. Abzüge und Steuerklasse bleiben davon unberührt.

Wochen­stundenBruttoSozial­abgabenLohn­steuer Klasse INetto Klasse INetto-Quote
201.726,00 €349,68 €40,58 €1.335,74 €77,4 %
302.589,00 €563,12 €205,66 €1.820,22 €70,3 %
353.020,50 €656,96 €297,58 €2.065,96 €68,4 %
403.452,00 €750,82 €394,41 €2.306,77 €66,8 %

Die Sozialabgaben der 20-Stunden-Zeile folgen einer eigenen Regel. 1.726 Euro liegen im Übergangsbereich nach § 20 Absatz 2 SGB IV, der bei der Geringfügigkeitsgrenze von 603 Euro beginnt – Mindestlohn 13,90 Euro mal 130 geteilt durch drei, aufgerundet – und bei 2.000 Euro endet. Dort ist dein Beitragsanteil verringert: 349,68 Euro statt 375,41 Euro. Ohne diese Entlastung wären es 1.310,01 Euro netto.

Die halbe Stundenzahl bringt 57,9 Prozent des Vollzeitnettos, drei Viertel der Stunden bringen 78,9 Prozent. Verantwortlich dafür ist der Grundfreibetrag von 12.348 Euro nach § 32a Absatz 1 EStG: Er bleibt steuerfrei, gleich wie viele Stunden du arbeitest.

Warum in keiner dieser Zeilen ein Soli steht

Der Solidaritätszuschlag wird nach § 3 Absatz 3 Solidaritätszuschlaggesetz erst erhoben, wenn die Bemessungsgrundlage 20.350 Euro übersteigt, bei Zusammenveranlagung 40.700 Euro. Verglichen wird dabei mit der Lohnsteuer selbst. Beim höchsten Wert in der Tabelle liegt die Jahreslohnsteuer in Klasse I bei rund 6.477 Euro – ein knappes Drittel der Freigrenze.

Für angestellte Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten ist der Soli damit erledigt, mit Zulagen ebenso wie in Teilzeit. Steht er trotzdem auf deiner Abrechnung, stimmt etwas mit den Lohnsteuerabzugsmerkmalen nicht.

Steuerklasse III bringt kein Geld, sie verschiebt es

Der Sprung von 2.306,77 auf 2.599,02 Euro sieht nach 292 Euro Gewinn aus. Er ist keiner. Die Steuerklasse regelt ausschließlich, wie viel Lohnsteuer dein Arbeitgeber monatlich vorab einbehält. Die endgültige Jahressteuer entsteht bei der Veranlagung, und wer die Kombination III/V wählt, ist nach § 46 Absatz 2 Nummer 3a EStG zur Steuererklärung verpflichtet. Was in Klasse III zu wenig einbehalten wurde, zahlt der Haushalt später nach – meist zusammen mit dem, was der Partner in Klasse V zu viel gezahlt hat.

Relevant wird die Steuerklasse an einer anderen Stelle: bei Lohnersatzleistungen, die am Netto hängen. Das Arbeitslosengeld etwa bemisst sich nach § 153 SGB III an einem Leistungsentgelt, in das die Lohnsteuer nach deiner Steuerklasse zu Jahresbeginn eingerechnet wird. Wer Elternzeit, längere Krankheit oder eine Lücke zwischen zwei Stellen vor sich hat, entscheidet mit der Steuerklasse über die Höhe dieser Leistungen. Wer nichts davon plant, verschiebt mit der Klassenwahl nur Zahlungstermine.

Was in Steuerklasse IV und V passiert

Steuerklasse I – auf der Abrechnung als Steuerklasse 1 gedruckt – gilt nach § 38b Absatz 1 Nummer 1 EStG für Ledige und für Verheiratete, die die Voraussetzungen der Klassen III oder IV nicht erfüllen. Wer verheiratet ist, unbeschränkt steuerpflichtig und nicht dauernd getrennt lebt, steht nach Nummer 4 in Klasse IV. Am Lohnsteuerabzug ändert das bei kinderlosen Beschäftigten nichts: § 39b Absatz 2 Satz 6 EStG verweist die Klassen I, II und IV auf dieselbe Tarifvorschrift, den Grundtarif des § 32a Absatz 1 EStG. Jede Zahl der Tabellen oben gilt für Klasse IV unverändert.

Klasse V rechnet nach einer eigenen Formel. Nach § 39b Absatz 2 Satz 7 EStG ist die Jahreslohnsteuer dort das Doppelte des Unterschieds zwischen der Steuer auf das Eineinviertelfache und der Steuer auf das Dreiviertelfache des zu versteuernden Jahresbetrags, mindestens aber 14 Prozent dieses Betrags. Einen eigenen Grundfreibetrag hat diese Klasse nicht – er sitzt beim Partner in Klasse III. Eine Netto-Quote aus diesem Artikel lässt sich auf Klasse V nicht übertragen.

Warum das Netto zwischen den Bundesländern kaum abweicht

„Physiotherapeut Gehalt NRW netto” und „Physiotherapeut Gehalt Bayern netto” führen auf dieselbe Rechnung. Der Lohnsteuerabzug folgt durchgehend Bundesrecht: Tarif nach § 32a EStG, Klassenzuordnung nach § 38b EStG, Verfahren nach § 39b EStG. Kein Bundesland setzt eigene Sätze. Die Beitragssätze der Sozialversicherung und die Beitragsbemessungsgrenzen gelten ebenfalls bundesweit. Zwei Abweichungen bleiben.

Die erste ist die Kirchensteuer. In Bayern und Baden-Württemberg beträgt sie 8 Prozent der Lohnsteuer, in den übrigen Ländern 9 Prozent; die Kirchensteuer-Information der Thüringer Finanzämter nennt für Thüringen 9 v. H. und knüpft die Ermäßigung auf 8 Prozent ausdrücklich an einen steuerlichen Wohnsitz in Bayern oder Baden-Württemberg. Beim Medianentgelt sind das 31,55 statt 35,50 Euro im Monat. Der gesamte Länderunterschied im Netto beträgt damit 3,94 Euro – und für jeden ohne Kirchensteuermerkmal null.

Die zweite ist Sachsen. Nach § 58 Absatz 3 SGB XI tragen Beschäftigte in einem Land, das seine landesweiten Feiertage zum 31. Dezember 1993 nicht reduziert hat, einen Prozentpunkt des Pflegebeitrags allein. Der Arbeitnehmeranteil liegt dort bei 2,3 Prozent statt 1,8 Prozent, für Kinderlose bei 2,9 statt 2,4 Prozent. Beim Medianentgelt kostet das 17,26 Euro mehr Beitrag; weil die Vorsorgepauschale entsprechend steigt, sinkt die Lohnsteuer um 5,00 Euro. Netto bleiben in Sachsen 2.294,51 Euro statt 2.306,77 Euro.

Was zwischen den Ländern abweicht, ist das Brutto. Eine geprüfte Länderliste steht hier nicht: Der Entgeltatlas der Bundesagentur weist Regionalwerte aus, gibt sie aber nur über seine interaktive Oberfläche heraus – die Schnittstelle antwortet auf Abrufe von außen mit einer Ablehnung. Gerechnet wird hier deshalb mit dem Bundesmedian. Schlag deinen Regionalwert dort nach und setz ihn in die Tabelle oben ein; die Abzugssätze daneben bleiben dieselben.

Was in der Ausbildung netto ankommt

In der Regel nichts. Die dreijährige Ausbildung nach § 9 des Masseur- und Physiotherapeutengesetzes ist eine schulische Ausbildung aus theoretischem und praktischem Unterricht und einer praktischen Ausbildung; das Gesetz enthält keine einzige Vorschrift über eine Ausbildungsvergütung. Für betriebliche Ausbildungen gilt § 17 Absatz 1 BBiG – „Ausbildende haben Auszubildenden eine angemessene Vergütung zu gewähren” –, die schulische Ausbildung in der Physiotherapie fällt nicht darunter. Ohne Anspruchsgrundlage gibt es kein Brutto, und ohne Brutto keine Netto-Rechnung. Netto-Tabellen zur Physiotherapieausbildung, die im Netz kursieren, beziehen sich auf Vergütungen, die nicht jede Schule zahlt.

Die Ausnahme steht im Krankenhausfinanzierungsgesetz. Ist ein Krankenhaus Träger oder Mitträger der Schule, gehört diese nach § 2 Nummer 1a Buchstabe d KHG zu den mit dem Krankenhaus notwendigerweise verbundenen Ausbildungsstätten. § 17a KHG rechnet dann ausdrücklich „die Ausbildungsvergütungen für die in § 2 Nummer 1a genannten Berufe” in das Ausbildungsbudget ein, das über die Krankenkassen finanziert wird. An klinikgebundenen Schulen gibt es deshalb ein Entgelt, an privaten Berufsfachschulen üblicherweise nicht. Die Höhe steht nicht im Gesetz, sondern im Tarifvertrag des Trägers - frag danach, bevor du dich für eine Schule entscheidest.

Fällt eine Vergütung an, liegt sie regelmäßig unter 2.000 Euro und damit im Übergangsbereich mit verringertem Beitragsanteil. Lohnsteuer entsteht in Klasse I erst oberhalb von rund 1.430 Euro Monatsbrutto; darunter bleibt das Brutto ungekürzt bis auf den Sozialversicherungsanteil.

Vier Hebel, die netto etwas ändern

  1. Fahrtweg. Seit dem 1. Januar 2026 gelten 0,38 Euro je Entfernungskilometer ab dem ersten Kilometer, vorher galt dieser Satz erst ab dem 21. Kilometer. Wir rechnen mit 220 Arbeitstagen im Jahr; das Gesetz nennt dafür keine feste Zahl. Damit ist der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro ab knapp 15 Kilometern einfacher Entfernung ausgeschöpft. Wer 25 Kilometer fährt, kommt auf 2.090 Euro und liegt 860 Euro darüber. Beim Mediangehalt sind das rund 247 Euro weniger Steuer im Jahr.
  2. Fortbildung. Kurskosten, Prüfungsgebühren, Fahrten und Übernachtungen sind Werbungskosten nach § 9 Absatz 1 EStG. Sie wirken erst oberhalb der 1.230 Euro, dann aber mit deinem Grenzsteuersatz - beim Median knapp 29 Prozent. In dem Jahr, in dem Fahrtweg und Fortbildung zusammenkommen, holst du den größten Teil zurück. In dem Jahr, in dem nur die Pauschale läuft, gar nichts.
  3. Steuerfreie Leistungen statt Gehalt. Sachbezüge bis 50 Euro im Monat bleiben nach § 8 Absatz 2 Satz 11 EStG außer Ansatz, brutto ist hier gleich netto. Ein Zuschuss zum Nahverkehrsticket ist nach § 3 Nummer 15 EStG steuerfrei, mindert aber die Entfernungspauschale; ein Fahrtkostenzuschuss fürs Auto lässt sich nach § 40 Absatz 2 Satz 2 EStG mit 15 Prozent pauschal versteuern. Die 50-Euro-Karte ist im Ergebnis so viel wert wie rund 91 Euro mehr Gehalt.
  4. Betriebliche Altersversorgung. 2026 sind Beiträge bis 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei, das sind 676 Euro im Monat; beitragsfrei in der Sozialversicherung sind davon 4 Prozent, also 338 Euro. Wandelt man Entgelt um, schuldet der Arbeitgeber nach § 1a Absatz 1a BetrAVG einen Zuschuss von 15 Prozent des umgewandelten Betrags, soweit er selbst Sozialversicherungsbeiträge spart. Das steht im Gesetz - frag im Vorstellungsgespräch danach.

Alles in dieser Liste ist Verhandlungssache mit dem Arbeitgeber oder Sache deiner Steuererklärung. Keiner dieser Hebel steht in der Gehaltstabelle, und keiner taucht in einem Brutto-Netto-Rechner auf.

Was das für eine Bewerbung heißt

Bevor du zwei Bruttozahlen vergleichst, rechne den Fortbildungsetat und die steuerfreien Bausteine dazu. Ein Sachbezug von 50 Euro im Monat entspricht netto rund 91 Euro mehr Gehalt. Ein Arbeitgeber, der deine Kurskosten trägt, deckt davon 100 Prozent ab - über die Steuererklärung bekommst du knapp 29 Prozent zurück.

Physio Havacker in Wetter sucht eine Physiotherapeutin oder einen Physiotherapeuten, Voll- oder Teilzeit ab 15 Stunden in der Woche; erforderlich ist allein die abgeschlossene Ausbildung, Zusatzqualifikationen sind erwünscht und keine Bedingung. Das Bruttogehalt liegt bei 3.800 Euro im Monat bei Vollzeit, bei Teilzeit anteilig - rechne es mit der Tabelle oben selbst in netto um. Fortbildung wird gefördert, das ist Punkt 2 derselben Rechnung. Alles Weitere zur Stelle.

Häufige Fragen

Wie viel netto bleibt von 3.452 Euro brutto als Physio­therapeut?

In Steuerklasse I, kinderlos, ohne Kirchensteuer bleiben 2.306,77 Euro. Davon gehen 750,82 Euro als Arbeitnehmeranteil an die Sozialversicherung und 394,41 Euro als Lohnsteuer ab. Solidaritätszuschlag fällt nicht an. In Steuerklasse III sind es 2.599,02 Euro, weil die Lohnsteuer dort nur 102,16 Euro beträgt. Gerechnet mit dem Programmablaufplan des Bundesfinanzministeriums für 2026 und einem Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent.

Wie hoch sind die Sozial­abgaben 2026 für Angestellte?

Der Arbeitnehmeranteil beträgt 2026 zusammen 21,75 Prozent des Bruttolohns, wenn du kinderlos und über 23 bist: 9,3 Prozent Rentenversicherung, 8,75 Prozent Krankenversicherung bei durchschnittlichem Zusatzbeitrag, 2,4 Prozent Pflegeversicherung mit Kinderlosenzuschlag und 1,3 Prozent Arbeitslosenversicherung. Mit Kindern sinkt der Pflegeanteil auf 1,8 Prozent, ab dem zweiten Kind unter 25 weiter.

Zahlen Physio­therapeuten Solidaritäts­zuschlag?

In aller Regel nicht. Der Zuschlag wird erst erhoben, wenn die Jahreslohnsteuer 20.350 Euro übersteigt, in Steuerklasse III sind es 40.700 Euro. Bei 4.062 Euro Monatsbrutto liegt die Jahreslohnsteuer in Steuerklasse I bei rund 6.477 Euro und damit weit darunter. Wer den Soli auf einer Abrechnung findet, sollte die Lohnsteuerabzugsmerkmale prüfen lassen.

Bringt die Steuerklasse III mehr Geld?

Monat für Monat ja, im Jahr nicht. Die Steuerklasse steuert nur, wie viel Lohnsteuer vorab einbehalten wird. Die endgültige Steuer entsteht erst bei der Veranlagung, und bei der Kombination III/V ist die Steuererklärung nach § 46 Absatz 2 Nummer 3a EStG ohnehin Pflicht. Relevant ist die Klasse dort, wo Lohnersatzleistungen am Netto hängen: Arbeitslosengeld, Krankengeld, Elterngeld.

Welche Arbeit­geber­leistungen bleiben steuer- und abgabenfrei?

Sachbezüge bis 50 Euro im Monat bleiben nach § 8 Absatz 2 Satz 11 EStG außer Ansatz. Zuschüsse zum Nahverkehrsticket sind nach § 3 Nummer 15 EStG steuerfrei, mindern aber die Entfernungspauschale. Bei der betrieblichen Altersversorgung sind 2026 bis zu 338 Euro im Monat steuer- und beitragsfrei, bis 676 Euro steuerfrei. Entgeltumwandlung verpflichtet den Arbeitgeber zu 15 Prozent Zuschuss.

Wie viel netto bleibt bei 30 Stunden als Physio­therapeut?

Rechnet man das Medianentgelt von 3.452 Euro auf eine 40-Stunden-Woche als Vollzeit, entsprechen 30 Wochenstunden 2.589 Euro brutto. Davon gehen 563,12 Euro Sozialabgaben und 205,66 Euro Lohnsteuer in Steuerklasse I ab, es bleiben 1.820,22 Euro netto. Das sind drei Viertel der Stunden, aber 78,9 Prozent des Vollzeitnettos – der Grundfreibetrag von 12.348 Euro nach § 32a Absatz 1 EStG schrumpft nicht mit der Stundenzahl.

Bekommen Auszubildende in der Physio­therapie eine Vergütung?

An den meisten Schulen nicht. Die Ausbildung nach § 9 des Masseur- und Physiotherapeutengesetzes ist eine schulische Ausbildung, und das Gesetz sieht keine Ausbildungsvergütung vor; § 17 Absatz 1 BBiG gilt nur für betriebliche Ausbildungen. Ist ein Krankenhaus Träger der Schule, greift § 2 Nummer 1a Buchstabe d KHG, und § 17a KHG rechnet die Ausbildungsvergütungen in das Ausbildungsbudget ein. Dort gibt es ein Entgelt, dessen Höhe der Tarifvertrag des Trägers bestimmt.

Ist das Netto in NRW oder Bayern höher als in anderen Bundesländern?

Kaum. Lohnsteuertarif, Steuerklassen und Sozialversicherungssätze gelten bundesweit. Abweichen kann die Kirchensteuer: 8 Prozent der Lohnsteuer in Bayern und Baden-Württemberg, 9 Prozent in den übrigen Ländern, beim Medianentgelt 31,55 gegen 35,50 Euro im Monat. Und Sachsen, wo Beschäftigte nach § 58 Absatz 3 SGB XI einen Prozentpunkt des Pflegebeitrags allein tragen: 2.294,51 Euro netto statt 2.306,77 Euro. Unterschiede entstehen beim Brutto, nicht bei den Abzügen.

Was ändert sich in Steuerklasse IV oder V?

In Klasse IV nichts gegenüber Klasse I, solange keine Kinder eingetragen sind: § 39b Absatz 2 Satz 6 EStG verweist die Klassen I, II und IV auf denselben Grundtarif des § 32a Absatz 1 EStG. Klasse V rechnet nach § 39b Absatz 2 Satz 7 EStG anders – das Doppelte der Differenz zwischen der Steuer auf das Eineinviertelfache und das Dreiviertelfache des zu versteuernden Jahresbetrags, mindestens 14 Prozent. Einen eigenen Grundfreibetrag hat sie nicht.

Ab wie vielen Kilometern lohnt sich die Pendler­pauschale?

Seit dem 1. Januar 2026 gelten 0,38 Euro je Entfernungskilometer ab dem ersten Kilometer. Bei 220 angesetzten Arbeitstagen ist der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro damit ab knapp 15 Kilometern einfacher Entfernung ausgeschöpft. Erst was darüber liegt, senkt die Steuer – und nur, wenn keine steuerfreien Fahrtkostenzuschüsse gegengerechnet werden.

Quellen

  1. [1] Entgeltatlas: Physiotherapeut/in — Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Datenstand Entgeltatlas 2025 (abgerufen 27.07.2026)
  2. [2] Beitragsbemessungsgrenzen 2026 — Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (abgerufen 27.07.2026)
  3. [3] Die Sozialversicherungsrechengrößen 2026 — Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (abgerufen 27.07.2026)
  4. [4] Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherung — Bundesministerium für Gesundheit (abgerufen 27.07.2026)
  5. [5] Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung — Bundesministerium für Gesundheit (abgerufen 27.07.2026)
  6. [6] § 32a EStG – Einkommensteuertarif — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (abgerufen 27.07.2026)
  7. [7] Programmablaufplan für die maschinelle Berechnung der Lohnsteuer 2026 (XML-Pseudocode) — Bundesministerium der Finanzen / ITZBund (abgerufen 27.07.2026)
  8. [8] § 3 und § 4 Solidaritätszuschlaggesetz 1995 — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (abgerufen 27.07.2026)
  9. [9] § 9 EStG – Werbungskosten und Entfernungspauschale — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (abgerufen 27.07.2026)
  10. [10] § 9a EStG – Arbeitnehmer-Pauschbetrag — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (abgerufen 27.07.2026)
  11. [11] Bürgerinnen und Bürger gezielt entlasten – Steueränderungsgesetz 2025 — Bundesministerium der Finanzen (abgerufen 27.07.2026)
  12. [12] § 3 EStG – Steuerfreie Einnahmen (Nummer 15 und Nummer 63) — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (abgerufen 27.07.2026)
  13. [13] § 8 EStG – Einnahmen (Sachbezugsfreigrenze) — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (abgerufen 27.07.2026)
  14. [14] § 40 EStG – Pauschalierung der Lohnsteuer — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (abgerufen 27.07.2026)
  15. [15] § 1 SvEV – Dem Arbeitsentgelt nicht zuzurechnende Zuwendungen — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (abgerufen 27.07.2026)
  16. [16] § 1a BetrAVG – Anspruch auf Entgeltumwandlung — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (abgerufen 27.07.2026)
  17. [17] § 46 EStG – Veranlagung bei Bezug von Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (abgerufen 27.07.2026)
  18. [18] § 153 SGB III – Leistungsentgelt — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (abgerufen 27.07.2026)
  19. [19] § 38b EStG – Lohnsteuerklassen (Absatz 1 Nummer 1, 4 und 5) — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (abgerufen 24.09.2026)
  20. [20] § 39b EStG – Einbehaltung der Lohnsteuer (Absatz 2 Satz 6 und 7) — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (abgerufen 24.09.2026)
  21. [21] § 20 SGB IV – Übergangsbereich (Obergrenze 2.000 Euro) — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (abgerufen 24.09.2026)
  22. [22] § 8 SGB IV – Geringfügigkeitsgrenze (Absatz 1a: Mindestlohn mal 130 geteilt durch drei) — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (abgerufen 24.09.2026)
  23. [23] § 1 MiLoV5 – Mindestlohn 13,90 Euro ab 1. Januar 2026 — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (abgerufen 24.09.2026)
  24. [24] § 58 SGB XI – Tragung der Beiträge (Absatz 3: ein Prozentpunkt allein) — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (abgerufen 24.09.2026)
  25. [25] Kirchensteuer: 9 v. H. der Lohnsteuer, 8 Prozent bei Wohnsitz in Bayern oder Baden-Württemberg — Thüringer Finanzämter, Thüringer Finanzministerium (abgerufen 24.09.2026)
  26. [26] § 9 Masseur- und Physiotherapeutengesetz – Dauer und Aufbau der Ausbildung — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (abgerufen 24.09.2026)
  27. [27] § 17 BBiG – Vergütungsanspruch bei betrieblicher Berufsausbildung — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (abgerufen 24.09.2026)
  28. [28] § 2 KHG – Begriffsbestimmungen (Nummer 1a Buchstabe d: Physiotherapeut) — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (abgerufen 24.09.2026)
  29. [29] § 17a KHG – Finanzierung der Ausbildungsstätten und der Ausbildungsvergütungen — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (abgerufen 24.09.2026)
  30. [30] Landeskirchensteuerbeschluss für das Jahr 2026 vom 26. November 2025, Amtsblatt der EKHN 2026 Nr. 1, S. 5 — Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (abgerufen 27.07.2026)

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