Beruf & Karriere

Arbeiten in der Physiotherapie

Die meisten Belastungen in diesem Beruf werden für gegeben gehalten, obwohl sie Entscheidungen sind. Die Taktung des Kalenders etwa steht in keinem Vertrag mit den Krankenkassen — sie ist Praxisorganisation.

Diese Beiträge trennen, was tatsächlich vorgeschrieben ist, von dem, was ein Arbeitgeber daraus macht. Wer diese Grenze kennt, kann im Bewerbungsgespräch die richtigen Fragen stellen.

Arbeitsalltag 8 Min.

Arbeitszeiten in der Physiotherapie: Die Mittagslücke ist keine Ruhezeit

Der geteilte Dienst ist zulässig – begrenzt wird er über die Ruhezeit nach § 5 ArbZG und über die Frage, welche Auflagen in der Mittagslücke gelten. Ab einer bestimmten Intensität ist die Pause Arbeitszeit.

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Beruf & Wechsel 8 Min.

Berufsausstieg in der Physiotherapie: welcher Grund welchen Weg verlangt

Körperliche Belastung, wirtschaftliche Perspektive, fehlende Autonomie – drei Gründe, die zusammen genannt werden und getrennt gehören. Welche Wege im Beruf bleiben, welche die Ausbildung mitnehmen und was eine geförderte Umschulung voraussetzt.

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Arbeitsalltag 7 Min.

Die 20-Minuten-Taktung: wer die Behandlungszeit festlegt

Die vereinbarten Behandlungszeiten stehen im Vertrag nach § 125 SGB V, nicht im Heilmittelkatalog – und sie meinen ausschließlich die Zeit am Patienten. Was daraus im Kalender wird, entscheidet die Praxis.

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Beruf & Wechsel 8 Min.

Freiberuflich als Physiotherapeut arbeiten: wo die Scheinselbstständigkeit anfängt

Freie Mitarbeit in einer fremden Praxis ist erlaubt – aber der Status ergibt sich aus der gelebten Praxis, nicht aus dem Vertrag. Was Gerichte in Physiotherapie-Fällen gewichtet haben und welche Fristen nach einer Fehleinschätzung laufen.

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Beruf & Wechsel 8 Min.

Jobwechsel in der Physiotherapie: die Prüfung vor der Kündigung

Die Unzufriedenheit ist da, der Grund lässt sich schwer benennen. Was die Marktzahlen für Ihre Verhandlungsposition bedeuten, welche zwölf Fragen einen Arbeitgeber messbar machen und wann ein Wechsel nichts ändert.

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Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Die wichtigsten Fragen dieses Themas an einer Stelle — jede Antwort mit dem Beitrag, aus dem sie stammt.

Ist ein geteilter Dienst mit mehrstündiger Mittagslücke erlaubt?

Ja. Das Arbeitszeitgesetz nennt in § 4 nur Mindestdauern für Ruhepausen – 30 Minuten bei mehr als sechs Stunden Arbeitszeit, 45 Minuten bei mehr als neun – und keine Höchstdauer. Eine dreistündige Unterbrechung zwischen Vormittags- und Abendsprechstunde verstößt für sich genommen gegen keine Vorschrift. Ob sie bezahlt wird, regelt nicht das Gesetz, sondern der Arbeitsvertrag.

Ausführlich in „Arbeitszeiten in der Physiotherapie: Die Mittagslücke ist keine Ruhezeit"

Wann wird eine Pause zur Arbeitszeit?

Wenn die Auflagen des Arbeitgebers die Möglichkeit, die Zeit frei zu gestalten und sich eigenen Interessen zu widmen, objektiv gesehen ganz erheblich beeinträchtigen. Diesen Maßstab hat das Bundesarbeitsgericht im Urteil vom 21. August 2024 (5 AZR 266/23) aus der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs übernommen. Anwesenheitspflicht in der Praxis, Telefondienst oder Rückrufbereitschaft für Akutpatienten sind Anhaltspunkte dafür. Eine bloß subjektive Anspannung genügt nicht.

Ausführlich in „Arbeitszeiten in der Physiotherapie: Die Mittagslücke ist keine Ruhezeit"

Welche alternativen Jobs kann ich als Physiotherapeut ohne Umschulung machen?

Die Medizinprodukteberatung ist der direkteste Übergang: § 83 Absatz 2 Nummer 1 MPDG lässt eine abgeschlossene Ausbildung in einem naturwissenschaftlichen, medizinischen, IT-kaufmännischen oder technischen Beruf genügen, ergänzt um eine produktbezogene Schulung, für die nach Absatz 3 der Auftraggeber zu sorgen hat. Ohne neue Qualifikation zugänglich sind außerdem betriebliche Gesundheitsförderung, Reha-Management bei Unfallversicherern sowie Beratungs- und Prüftätigkeiten bei Krankenkassen. Ein Studium verlangt nur der Weg in Hochschule und Wissenschaft.

Ausführlich in „Berufsausstieg in der Physiotherapie: welcher Grund welchen Weg verlangt"

Wird ein kaputter Rücken bei Physiotherapeuten als Berufskrankheit anerkannt?

Selten, und der Grund liegt im Tatbestand. Die BK 2108 setzt nach Anlage 1 zur Berufskrankheiten-Verordnung langjähriges Heben oder Tragen schwerer Lasten oder langjährige Tätigkeiten in extremer Rumpfbeugehaltung voraus. 2024 standen bei allen Unfallversicherungsträgern zusammen 8.153 Verdachtsanzeigen 734 Anerkennungen gegenüber. Das physiotherapeutische Belastungsprofil aus Stehen, statischem Halten und Griffkraft trifft eher die Nummern 2101 und 2113.

Ausführlich in „Berufsausstieg in der Physiotherapie: welcher Grund welchen Weg verlangt"

Wie lange dauert eine physiotherapeutische Behandlung nach dem GKV-Vertrag?

Die Leistungsbeschreibung zum Vertrag nach § 125 Absatz 1 SGB V nennt Richtwerte je Position: allgemeine Krankengymnastik als Einzelbehandlung 15 bis 25 Minuten, Manuelle Therapie ebenfalls 15 bis 25 Minuten, klassische Massagetherapie 15 bis 20 Minuten, KG-ZNS nach Bobath, Vojta oder PNF für Erwachsene 25 bis 35 Minuten, Manuelle Lymphdrainage 30, 45 oder 60 Minuten und gerätegestützte Krankengymnastik 60 Minuten je Patient. Die Mindestdauer darf nur aus medizinischen Gründen unterschritten werden.

Ausführlich in „Die 20-Minuten-Taktung: wer die Behandlungszeit festlegt"

Regelt der Heilmittelkatalog des G-BA die Behandlungszeit in Minuten?

Nein. Nach § 4 Absatz 2 der Heilmittel-Richtlinie ordnet der Heilmittelkatalog den Diagnosegruppen die Leitsymptomatiken, die verordnungsfähigen Heilmittel, die Verordnungsmengen und Empfehlungen zur Therapiefrequenz zu. Er regelt also, wie oft und wie viele Einheiten verordnet werden, nicht wie lange eine Einheit dauert. Minutenangaben enthält die Richtlinie nur bei der Manuellen Lymphdrainage mit 30, 45 und 60 Minuten. Die Zeiten je Position stehen in den Verträgen nach § 125 SGB V.

Ausführlich in „Die 20-Minuten-Taktung: wer die Behandlungszeit festlegt"

Darf ein Physiotherapeut freiberuflich in einer fremden Praxis mitarbeiten?

Ja. Das Bundessozialgericht hat 2016 im Leitsatz festgehalten, dass das Zulassungserfordernis für Heilmittelerbringer nicht dazu führt, dass die für einen zugelassenen Leistungserbringer tätigen Personen sozialversicherungsrechtlich stets Beschäftigte sind. Das Modell ist damit zulässig. Ob es im Einzelfall trägt, entscheidet sich unabhängig davon nach § 7 SGB IV anhand der tatsächlichen Verhältnisse.

Ausführlich in „Freiberuflich als Physiotherapeut arbeiten: wo die Scheinselbstständigkeit anfängt"

Wann liegt Scheinselbstständigkeit vor?

§ 7 Absatz 1 SGB IV nennt zwei Anhaltspunkte für eine Beschäftigung: eine Tätigkeit nach Weisungen und eine Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Weisungsgebers. Beides sind Anhaltspunkte, keine Voraussetzungen. Entschieden wird nach dem Gesamtbild der Tätigkeit und danach, welche Merkmale überwiegen. Eine Vertragsklausel, die von der gelebten Praxis abweicht, ist dabei ohne Gewicht.

Ausführlich in „Freiberuflich als Physiotherapeut arbeiten: wo die Scheinselbstständigkeit anfängt"

Wie groß ist der Fachkräftemangel in der Physiotherapie?

Nach dem IW-Report Nr. 55 vom 7. November 2025 fehlten im Jahresdurchschnitt 2024 rechnerisch 11.979 Spezialistinnen und Spezialisten der Physiotherapie. Das entspricht 26,0 Prozent der gesamten Fachkräftelücke im Gesundheitswesen und ist der höchste Wert aller Gesundheitsberufe. Zum Vergleich: In der Gesundheits- und Krankenpflege waren es 7.174, bei zahnmedizinischen Fachangestellten 6.778. Die Lücke ist bereits um alle passend qualifizierten Arbeitslosen bereinigt.

Ausführlich in „Jobwechsel in der Physiotherapie: die Prüfung vor der Kündigung"

Wie lange dauert es, bis eine Physiotherapeutenstelle nachbesetzt wird?

Im Jahresdurchschnitt 2024 dauerte es 280 Tage, bis eine gemeldete Stelle in der Physiotherapie nachbesetzt war; 2023 waren es 253 Tage. Der Gesamtwert der Engpassindikatoren der Bundesagentur für Arbeit liegt für Berufe in der Physiotherapie bei 2,7, und kein anderer Beruf auf dem Anforderungsniveau Spezialist erreicht einen höheren Wert. Für Bewerberinnen und Bewerber heißt das: Ihr Gegenüber sucht im Schnitt seit mehr als neun Monaten.

Ausführlich in „Jobwechsel in der Physiotherapie: die Prüfung vor der Kündigung"

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